JU besucht Norbert Geis in Berlin

18.Juli 2011

Emsiges Treiben herrschte am Montag, 11. Juli morgens um sieben Uhr am Aschaffenburger Hauptbahnhof - mittendrin eine Gruppe von 48 Personen aus dem gesamten Landkreis mit einem gemeinsamen Ziel: die Bundeshauptstadt Berlin. Eingeladen vom CSU-Bundestagsabgeordneten Norbert Geis, stand bis Mittwoch, 13. Juli ein interessantes Programm mit politischen und historischen Sehenswürdigkeiten auf dem Plan. Darüber hinaus war die Reise auch eine Fahrt der Generationen: Vom Jahrgang 1931 bis 1991 waren Mitglieder der CSU, der Jungen Union und weitere politisch Interessierte dabei. Auch die Großostheimer Weinkönigin, Vanessa Staudt hat sich der Fahrt angeschlossen.

Am Berliner Hauptbahnhof wurde die Gruppe von einem Vertreter des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung begrüßt, der neben dem Kahlgründer Rainer Kirchner als Reiseleiter fungierte. Nach dem „Check-in“ in einem Hotel am Potsdamer Platz, ging es zu einem Vortrag im Bundesministerium der Verteidigung. Ein Kapitänleutnant der Bundesmarine informierte die Aschaffenburger Gruppe über die verteidigungspolitische Situation der Bundesrepublik Deutschland und die Auslandseinsätze der Bundeswehr. Die anschließende Stadtrundfahrt führte mit dem Bus durch das ehemalige Westberlin, orientiert an politischen Gesichtspunkten.

Am zweiten Tag der Reise hieß es für alle Teilnehmer früh auf zu stehen: Um 8 Uhr war ein Termin mit dem ZDF und dem anschließenden Besuch des Morgenmagazin-Cafés vereinbart. Der Einblick in den Ablauf und die Organisation einer Live-Sendung war sicherlich einer der Höhepunkte der Reise. Nichts wird beim Fernsehen dem Zufall überlassen. Im Vorfeld wird das Klatschen geübt und die Zuschauer werden dazu angehalten bei den Beiträgen möglichst interessiert drein zu schauen. Kleine geografische Schwächen wies der Programmleiter auf: Auf seine Frage „Aschaffenburg, wo liegt das?“ ging ein Raunen durch das Publikum vom bayerischen Untermain. Wie sich im späteren Verlauf herausstellte, hatte der ZDF-Mann auch noch nie etwas vom Kahlgrund gehört.
Zum Mittagessen wurde die Bayerische Landesvertretung in Berlin-Mitte aufgesucht. Bei Kalbsgulasch mit Schwammerl und Salzkartoffeln gab es zudem Spitalbräu aus Regensburg. „Das beste Bier in Berlin gibt es in der Bayerischen Landesvertretung - das Freibier“, merkte der Referent in seiner Begrüßungsrede mit einem Grinsen an. Die Einladung wurde von der Gruppe gerne angenommen. In weiß-blauem Ambiente und dem Wappen des Landkreises Aschaffenburg an der Wand stellte sich im fernen Berlin für die Teilnehmer schnell ein Heimatgefühl ein. Ebenfalls zu Gast war eine Gruppe aus dem oberbayerischen Freising, die mit einem volkstümlichen Duett aufwarteten und den Hopfen in der „schönen Holledau“ besangen. Rund 40.000 Gäste werden in der „Bayerischen Botschaft“, wie sich das Haus selbst gerne nennt, jährlich begrüßt. Seit 1998 residiert die bayerische Vertretung nach dem Umzug von Bonn nach Berlin im Gebäude in der Berentstraße - mitgewirkt beim Umbau hat das Hochbauamt Aschaffenburg.
Gut gestärkt führte es die „Gruppe Geis“ dann zur Ständigen Ausstellung im Deutschen Historischen Museum in der Straße „Unter den Linden“. Nach einem zweistündigen Rundgang durch die Geschichte der Deutschen stand eine Besichtigung des Bundestages auf dem Plan. Nach dem Sicherheitscheck, der sich von dem an einem Flughafen nicht unterscheidet, nahmen die Teilnehmer auf der Besuchertribüne über dem Plenarsaal platz. 1.200 Quadratmeter misst der Raum, in dem oft hitzige Bundestags-Debatten stattfinden. Die Abgeordneten sitzen dabei auf Stühlen in der Farbe „Reichstagsblue“, die nur in diesem hohen Hause verwendet werden darf. Im Anschluss traf sich die Gruppe mit dem Gönner der Reise, dem Aschaffenburger Bundestagsabgeordneten Norbert Geis, zu einer gemeinsamen Diskussionsrunde und einem Fototermin auf der Reichstagterrasse. Eine abendliche Schiffsrundfahrt auf der Spree bildete den gemütlichen Abschluss des zweiten Tages.

Nach einer weiteren Stadtrundfahrt, die auch durch das ehemalige Ostberlin führte, stand am Mittwoch ein Besuch des Kanzleramts, dem Sitz von Bundeskanzlerin Angela Merkel, auf dem Programm. Sicherlich für Berlinreisende ein nicht alltäglicher Einblick in die Bundespolitik. Rund 500 Mitarbeiter beschäftigt das „Kohllosseum“ oder die „Waschmaschine“, wie das Gebäude von den Berlinern liebevoll genannt wird. Auch hier ist Aschaffenburg gegenwärtig: Im Kabinettssaal, wo die Bundesregierung ihre Politik bespricht, hängt ein großes Gemälde des gebürtigen Aschaffenburger Künstlers Ernst Ludwig Kirchner. Eine interessante Feststellung über das politische Alltagsgeschäft machte der Referent des Kanzleramtes: „In der Politik ist es wie im Familienleben. Es geht darum, Kompromisse zu finden, damit man gemeinsame Ziele erreichen kann - auch, wenn dies manchmal nicht ganz einfach ist.“ Mit einem Informationsgespräch im Haus der Wannsee-Konferenz, wo die Nationalsozialisten den Holocaust beschlossen, endete der offizielle Teil der Reise.

Für die 69-jährige Marianne Reinke aus Schöllkrippen gab es neben den vielen politischen und geschichtlichen Einblicken noch einen weiteren Aspekt: „Besonders gut haben mir die geselligen Abende gefallen - und vor allem, dass sich auch die jungen Teilnehmer zu uns „Alten Eseln“ gesetzt und geplaudert haben.“ Am Donnerstagmorgen ging es dann mit vielfältigen Eindrücken im Gepäck zurück in die Heimat am bayerischen Untermain. So vergingen die drei Tage in Berlin „wie im Fluge“, in der sich generationsübergreifend vor allem eine Erkenntnis einstellte: Nirgendwo wird deutsche Politik und Geschichte so erlebbar wie in der fernen Bundeshauptstadt Berlin.

Sven Wahl
post(at)pr-effekt.com

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