Jungen Union im Landkreis für “Familien-TÜV”

16.Februar 2006

Die Mitglieder der JU beschäftigen sich vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung mit der Fragestellung „Wie familienfreundlich ist unser Landkreis?” und forderten eine Überprüfung der Familienfreundlichkeit von öffentlichen Einrichtungen und Kommunen im Kreis.
Goldbach. Auf ihrer jüngsten Sitzung beschäftigten sich die Mitglieder der Jungen Union mit der Demografischen Entwicklung. Der demografische Wandel wird auch im Landkreis seine Spuren hinterlassen wie JU-Kreisvorsitzender Alexander Legler betonte. 

Mit Blick auf das Jahr 2050 verwies Legler auf Prognosen, die von einem durchschnittlichen Bevölkerungsrückgang um 16 Prozent ausgehen. Für den Landkreis bedeute dies ein Abnehmen der Einwohnerzahl um etwa 28.000 bei einer heutigen Bevölkerungszahl von ungefähr 175.000 Menschen. Auch lägen Berechnungen vor, wonach es zu einer Halbierung der Kinder im Grundschulalter bei gleichzeitiger Verdoppelung des Anteils der über 75jährigen kommen werde. Eine Folge wird sein, dass immer weniger Kindergärten und Schulen benötigt, im Gegenzug der Bedarf an stationärer und ambulanter Pflege, insbesondere auch an betreuten Wohnformen im Landkreis steigen werde. Diese Entwicklung gelte es bei allen politischen Entscheidungen zu berücksichtigen. Gleichzeitig müsse die Politik alles dafür tun, um die Rahmenbedingungen für mehr Kinder zu verbessern. Erforderlich sei die Sicherheit des Arbeitsplatzes wie auch eine umfassende finanzielle Förderung der Kindererziehung. Darüber hinaus bedürfe es finanzierbare Betreuungseinrichtungen, um die Vereinbarkeit von Kindererziehung und Beruf diejenigen zu ermöglichen, die entweder auf eine Berufstätigkeit nicht verzichten wollten oder aber aufgrund ihrer wirtschaftlichen Situation gezwungen seien, zu arbeiten. 
Grundlage für mehr Kinder sei zudem eine kinderfreundlichere Gesellschaft: Vor diesem Hintergrund sollte auch im Landkreis geprüft werden, wie kinderfreundlich sich der Landkreis und seine Kommunen zeigt. Öffentliche Einrichtungen, die einzelnen Kommunen, aber auch im Landkreis angesiedelte Unternehmen müssten einer Überprüfung unterzogen werden. Ein kinderfreundliches Umfeld beginne aus Sicht der Jungen Union bei dem Bereithalten von Wickeltischen und der Einrichtung von Spielecken in öffentlichen Einrichtungen und reiche bis zur Schaffung ausreichender Spielplätzen sowie der Existenz barrierefreier Fußwege und Verkehrsmittel in den Kommunen. Auch ein  Entgegenkommen bei Müllgebühren zur Entsorgung von Windeln sei ein wichtiger Beitrag, den beispielsweise der Landkreis leisen könne. Kinderfreundlichkeit von Unternehmen spiegele sich vor allem in flexiblen Arbeitszeiten und dem Bereithalten von Betreuungsmöglichkeiten und dort, wo dies nicht möglich sei in finanziellen Zusatzleistungen an Kindererziehende wider.

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